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Position der Wiener Parteien zu Freier Software und Offenen Standards

Anlässlich der Wiener Kommunalwahlen hat die Wiener Fellowship-Gruppe der FSFE den Parteien Fragen zu Freier Software und Offenen Standards gestellt. Von den fünfzehn Parteien beantworteten acht die Fragen zu Themen wie der Handhabung Freier Software bei den Parteien, der Verwendung Offener Standards für den Informationsaustausch (intern wie nach außen) und E-Verwaltung.

Hintergrund

Eines der Hauptziele der Free Software Foundation Europe ist die Sicherung einer gleichen und gerechten Teilhabe aller an der Informationsgesellschaft. Eine Voraussetzung dafür sind konkrete Maßnahmen der staatlichen Institutionen zum Umstieg auf Freie Software und zur Durchsetzung offener Standards in der eigenen Verwaltung. Nur dadurch können sie sich (und damit die Steuerzahler) aus der Abhängigkeit von IT-Monopolisten befreien und den Bürgern in der E-Verwaltung jenen uneingeschränkten Zugang gewährleisten, der diesen auch in den anderen institutionellen Bereichen zusteht.

Die FSFE Fellowship-Gruppe Wien hat daher die Wiener Landtags- und Gemeinderatswahlen 2010 zum Anlass genommen, den wahlwerbenden Parteien drei konkrete Fragen zu stellen: Zur Handhabung von Freier Software und offenen Standards in der parteieigenen IT und - sollten sie das Mandat dazu erhalten - im Verwaltungsapparat der Stadt Wien. Mit der Veröffentlichung der Antworten soll den interessierten Wählerinnen und Wählern die Möglichkeit gegeben werden, die Aussagen der Parteien zu Freier Software mit dem Stand der Dinge "im eigenen Haus" zu vergleichen - etwas, das bei fast allen anderen politischen Themenbereichen nur schwer möglich sein dürfte.

Vertreter aller im Wiener Landtag vertretenen Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, BZÖ) - nach ihrer grundsätzlichen Meinung zu Freier Software gefragt - äußern sich meist sehr zustimmend oder zumindest wohlwollend-neutral. Die konkreten Entscheidungen in der Wiener Stadtpolitik der letzten Jahre hingegen ergeben ein sehr widersprüchliches Bild: Vor dem Hintergrund einer international beachteten Ankündigung, möglichst viele Arbeitsplatzrechner der Stadtverwaltung auf ein GNU/Linux-Betriebssystem umstellen zu wollen, geht die Umsetzung nur sehr schleppend voran. Konkrete Förderprogramme für Freie Software stehen im Kontrast zum bis dato erzielten Fortschritt.

Zur Veranschaulichung: Aufgrund der Empfehlungen der "Studie OSS" ("Studie Open Source Systeme" / "STOSS 1"; http://www.wien.gv.at/ma14/pdf/oss-studie-deutsch-langfassung.pdf) von 2004 wurden seit Juli 2005 einige der 21.000 Arbeitsplatzrechner der Stadtverwaltung auf ein GNU/Linux Betriebssystem umgestellt, etwa 1000 waren es bis 2008. In diesem Jahr wurden aber alle 720 Rechner der städtischen Kindergärten wieder auf ein Microsoft Windows-Betriebssystem "zurückgestellt" (Kosten: 400.000 Euro), mit der Begründung, dass eine spezielle Software zur Erfassung von Sprach-Tests zu diesem Zeitpunkt nur mit dem Internet-Browser von Microsoft lauffähig war. Eine von Herstellerseite angebotene Adaptierung der Software, um sie z.B. unter dem Freien Internet-Browser Firefox lauffähig zu machen, wurde nicht einmal in Erwägung gezogen. Gewisse Zweifel am tatsächlichen politischen Willen zur Verwendung von Freier Software waren die logische Folge.

Folgerichtig wurden im Jahr 2008 insgesamt 8 Mio. Euro für neue Microsoft-Lizenzen vom Wiener Landtag genehmigt. Am 18.12.2009 und 30.06.2010 wurde über jeweils weitere 1,45 Mio für denselben Zweck abgestimmt. Die Argumentation für die Notwendigkeit dieser Ankäufe war, nur so den EDV-Betrieb der Stadt Wien aufrechterhalten zu können. Einzig und allein die Grünen stimmten jedesmal gegen die Anschaffungen.

Der letzte aus Sicht der Freie-Software-Gemeinde positive Beschluss des Wiener Landtages fiel am 24.06.2009 mit den Stimmen von SPÖ und Grünen: Beschlossen wurde "eine umfassende Informationskampagne für die EDV-AnwenderInnen der Stadt Wien zur Nutzung von Open-Source-Software am Arbeitsplatz", ein Förderprogramm für Projekte mittelständischer Wiener IT-Unternehmen zur Verwendung von Freier Software in der E-Verwaltung - und die Veröffentlichung von "STOSS 2", der zweiten, bereits 2008 fertiggestellten Evaluierungsstudie über den Einsatz von "Open Source" auf den Arbeitsplätzen der Stadt Wien. Die Veröffentlichung war mehrmals versprochen aber nie eingehalten worden - und auch der Landtagsbeschluss wurde in diesem Punkt nicht wirklich umgesetzt: Statt der Studie wurde eine gerade einmal 4,25 Seiten starke Zusammenfassung veröffentlicht (http://www.wien.gv.at/ma14/pdf/oss-studie-deutsch-evaluierung.pdf). Als einzige konkrete Zahl wird genannt, dass auf 14.000 Rechnern OpenOffice installiert wurde, das aber nur zu ca. 10% Verwendung findet.

Schreiben an die Parteien

Die FSFE Fellowship Gruppe Wien (http://fellowship.fsfe.org/index.de.html) hat im Rahmen der richtungsweisenden Gemeinderatswahl in Wien am 10. Oktober 2010 drei sehr spezifische Fragen bezüglich Freier Software erarbeitet. Die Fragestellungen beziehen sich auf die Verwendung von Freier Software in Ihrer Partei, offene Standards und freien Zugang zu E-Government.

Ihre Antworten werden in weiterer Folge von uns veröffentlicht.

1. Frage [freie Software]: "Alle Parteien betonen die Wichtigkeit Freier Software. Wie weit fortgeschritten ist die IT in der Organisation der ... , konkret: Welcher Prozentsatz der PCs surft zum Beispiel mit Firefox (oder einem anderen freien Browser)? Welcher Prozentsatz verwendet zur Textverarbeitung zum Beispiel OpenOffice.org (oder andere freie Programme)? Und welcher Prozentsatz verfasst E-Mails mit freien Clients? [bei Fehlen exakter Zahlen bitte approximativ angeben]"

2. Frage [Offene Standards]: "Notwendig für den gleichberechtigten Zugang und den fairen Wettbewerb im Informationszeitalter ist Interoperabilität durch offene Standards. Welcher Anteil der Mitarbeiter der ... können problemlos ODF-Dateien öffnen? Welcher Anteil der ausgehenden Dokumente werden in offenen Formaten (wie ODF), welcher Anteil in geschlossenen (wie doc) versendet? Welche Maßnahmen planen Sie, um die entsprechenden Anteile in der Stadtverwaltung nach der Wahl zu erhöhen?"

3. Frage [E-Verwaltung]: "Für die Legitimität von E-Verwaltung ist es ausschlaggebend allen Bürgern offenen Zugang zu ermöglichen. Leider ist dies in der Stadtverwaltung Wiens noch nicht gegeben. Binnen welchen Zeitraums wollen Sie den Druck zur Verwendung nicht-quelloffener Software abbauen, und welche Maßnahmen sind geplant?"

Beispiele zu Frage drei:

Die Free Software Foundation Europe (http://fsfe.org/index.de.html) ist eine nicht gewinnorientierte und in einigen Staaten als gemeinnützig anerkannte Nichtregierungsorganisation, die für Freie Software eintritt. Für die Sicherung einer gleichen und gerechten Teilhabe aller an der Informationsgesellschaft ist es entscheidend, dass jeder die Freiheiten hat, Software zu benutzen, zu studieren, weiterzugeben und zu verändern. Ziel der FSFE ist es, durch ihre Aktivitäten das Verständnis und die Unterstützung für Freie Software in der Öffentlichkeit, Politik und Gesetzgebung maßgeblich zu verbessern.

Ergebnis

Folgende 15 wahlwerbende Parteien haben unser Schreiben erhalten:

  • Aktive Arbeitslose (AKTIV)
  • Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ)
  • Christliche Partei Österreichs (CPÖ)
  • Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)
  • Die Grünen (GRÜNE)
  • Junge Liberale (JULIS)
  • Kommunistische Initiative (KI)
  • Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ)
  • Liberales Forum (LIF)
  • Mensch Umwelt Tierschutz - Die Tierrechtspartei (MUT)
  • Österreichische Volkspartei (ÖVP)
  • Piratenpartei Österreich (PPOe)
  • Plattform Direkte Demokratie / Männerpartei (DEM)
  • Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)
  • Sozialistische LinksPartei (SLP)

Folgende 8 haben unsere Fragen beantwortet:

  • Aktive Arbeitslose (AKTIV)
  • Christliche Partei Österreichs (CPÖ)
  • Die Grünen (GRÜNE)
  • Junge Liberale (JULIS)
  • Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ)
  • Liberales Forum (LIF)
  • Österreichische Volkspartei (ÖVP)
  • Plattform Direkte Demokratie / Männerpartei (DEM)

Antworten

Bis auf Gruß-, Dank- und Entschuldigungsfloskeln ungekürzt, in der Reihenfolge ihres Eintreffens:

Plattform Direkte Demokratie (DEM) / Männerpartei [14.09.2010]

1. Frage: Zuerst einmal möchte ich klarstellen, dass die Männerpartei bei dieser Wahl zusammen mit der Plattform Direkte Demokratie antritt. Auf dem Wahlzettel wählt man also Männerpartei, indem man Plattform Direkte Demokratie ankreuzt. Eine Liste der anderen Plattformpartner findet sich auf http://demokratie.at/

Aus Gründen des Datenschutzes führen wir keine Aufstellung über die software, die unsere Mitglieder verwenden. Als junge Partei und als junge Wahlplattform sind wir grossteils auf die persönliche Unterstützung unserer Plattformpartner angewiesen und wir führen keine Liste mit der Softwareausstattung der jeweiligen Personen. Aber das Wahlkampfbüro der Plattform Direkte Demokratie wird vollständig mit open source betrieben. Der PC läuft unter Ubuntu, als email-Programm kommt thunderbird zum Einsatz, die Wahlkampfmaterialien werden mit scribus erstellt und unsere web site läuft unter Drupal auf Apache.

Als Spitzenkandidat der Plattform kann ich zusätzlich anführen, dass meine persönliche IT-Infrastruktur zu 100% auf open source aufgebaut ist. Mein Telephon läuft unter Android, mein laptop unter Linux und ich verwende ausschliesslich Openoffice und andere open source Pakete für die Textverarbeitung. So weit ich es überblicken kann, verwendet die Mehrheit unserer Plattformpartner ebenfalls open source. Insofern ist unsere Organisations-IT zu 100% open source.

2. Frage: Wir versenden ausschliesslich Dokumente in Offenen Standards, also Openoffice (ODF), PDF und dergleichen. Auch hier ist der Anteil 100%. Wir planen, die Stadtverwaltung durch Anträge und durch unseren Datenaustausch mit der Stadtverwaltung zu einer 100%-igen Verwendung von Offenen Standards zu bringen.

3. Frage: Wir wollen bis Jahresende Anträge zur Verpflichtung der Stadtverwaltung auf die Verwendung Offener Standards einbringen. Darüber hinaus gibt es auch die Frage des öffentlichen Zugangs zu Daten der Stadtverwaltung. Auch diese Daten sollten in Offenen Formaten und ohne rechtliche Beschränkungen frei verfügbar sein. Der offene Zugang zu Daten der Verwaltung ist eine wesentliche Bedingung für Transparenz und daher auch für unser Ziel der direkten Demokratie wesentlich. Allein die Tatsache, dass die Bürger über einzelne Gesetze direkt abstimmen könnten, erzeigt einen Druck zur offenen Diskussion über die Entscheidungsgrundlagen und daher einen Druck zur Offenlegung von Daten. Unser Ziel des verbindlichen Bürgerbegehrens ist daher ein Schritt zur Offenlegung von Daten in der Stadtverwaltung. Als erster Antrag ist eine Aufforderung zur öffentlichen Verfügbarkeit von Fahrplaninformationen und Echtzeitdaten der Wiener Verehrsbetriebe geplant (derzeit sehen die Wiener Lienien ihre Fahrplaninformationen als Privatbesitz und geben sie nicht an IT-Diensleister weiter). Dieser Antrag soll in der ersten Sitzung nach der Wahl eingebracht werden.

Christliche Partei Österreichs (CPÖ) [14.09.2010]

... da uns Ihre Gesellschaft völlig unbekannt ersuchen wir um Verständnis, dass derzeit eine Beantwortung Ihrer Fragen nicht erfolgen kann.

Liberales Forum (LIF) [16.09.2010]

Frage 1: Unser Kernteam für die Organisation des Wiener Wahlkampfes ist derzeit zur Hälfte mit freier Software ausgestattet. Durch die Mischung aus älteren und neueren Geräten arbeiten wir zu 50% mit OppenOffice, Firefox und anderer freier Software (E-mail-Client, Fotobearbeitung, ...) Anzumerken ist, dass bei uns sehr viel ehrenamtliche Arbeit von AktivistInnen geleistet wird, deren private PC-Ausstattung wir natürlich nicht erheben konnten. Im Bereich dieser mithelfenden AktivistInnen liegt jedenfalls eine bunte Mischung verschiedener Systeme vor.

Frage 2: Durch den in Frage 1 beschriebenen Stand der Ausstattung können wir ODF-Dateien auf 50% unserer Arbeitsplätze problemlos öffnen. Für den Versand von Dokumenten bevorzugen wir wenn möglich Lösungen wie PDF-Dateien, die für den Empfänger keinen Unterschied machen. Wo dies nicht passt, versenden wir im Zweifelsfall (wenn die Ausstattung des Empfängers nicht bekannt ist) als "doc", da dieses ja von Open Office geöffnet werden kann, nicht jedoch umgekehrt.

Dass die Stadt Wien Ihre Linux-Schiene in der Stadtverwaltung, anstatt sie auszubauen, in letzter Zeit wieder zurück schraubte, halten wir für einen großen Fehler. Schon allein im Sinn einer kosteneffizienten Verwaltung wäre es wichtig, dass die Stadt Wien schnellstmöglich auf Freie Software umstellt. Wenn wir in den Gemeinderat einziehen, werden wir uns dort selbstverständlich für einen schnellen Ausbau der Freien Software in der Stadtverwaltung einsetzen.

Frage 3: Das Problem, dass die Stadtverwaltung immer wieder Formulare in einem Format bereitstellt, das nicht für die Bearbeitung mit freier Software taugt, konnten wir bei der Einreichung unserer Bezirks- und Wahlkreislisten soeben selbst ausführlich erleben. Dies ist absolut nicht bürgerfreundlich! Damit wird die Nutzung von Freier Software für Menschen in Wien unattraktiv gemacht. Es sollten dringend alle Formulare der Stadtverwaltung so zu Verfügung gestellt werden, dass sie auch auf Freier Software ausfüllbar sind! Da dies ja ohne hohe Kosten leicht durchführbar wäre, werden wir uns im Falle eines Einzugs in den Gemeinderat sicher dafür einsetzen, dass hier schnellstens auf allen Seiten des Internetportals der Stadt Wien die Formulare auch für Freie Software passend zur Verfügung gestellt werden.

Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) [20.09.2010]

1. Frage: Die KPÖ ist in der Parteizentrale 2004 zu 100 Prozent auf Linux umgestiegen. Aufgrund technischer Probleme (bzgl. Datenbank und vor allem ist unser Linux Experte nicht mehr aktiv) ist es aber in den letzten 2 Jahren zu einem kleinen Backlash gekommen.

D.h.: gegenwärtig laufen in der Parteizentrale rund 70 Prozent der Geräte als Workstations auf Linux. Es gibt aber auch 2 Laptops, die auf Windows laufen, und einen Apple.

Firefox-Webbrowser laufen auf den Laptops. Ebenso gibt es auf den Laptops OpenOffice. E-Mail Verkehr wird großteils über Mozilla Thunderbird abgewickelt.

2. Frage: ODF kann an allen Terminals gelesen werden.

Bzgl. Maßnahmen zur Erhöhung in der Stadtverwaltung: Ich vermute mal sehr, sehr stark, dass wir auch nach dieser Wahl nicht Teil der Stadtverwaltung sein werden.

3. Frage: Siehe auch Antwort 2. Klar ist aber, dass wir für offenen und kostenlosen Zugang zu Informationen aller Art (nicht nur in digitaler Form) eintreten. Auch aus finanziellen und aus demokratiepolitischen Überlegungen wäre es zudem sinnvoll, wenn Wien hier weitere Maßnahmen setzen würde - "Wienux" war unserer Meinung nach aber ohnedies nur eine halbherzige Lösung - statt Schritte (gemeint ist der Ankauf neuer Microsoft Lizenzen um 1,5 Millionen Euro) in die Gegenrichtung zu setzen.

Junge Liberale Wien (JULIS) [27.09.2010] [Partei tritt bei den Wiener Wahlen 2010 nicht an]

1. Frage: Nicht nur die User-Statistik von julis.at zeigt, dass Firefox unter jungen Liberalen ein weit-verbreiter Browser ist: neben den 70-80% der Besucher, die Firefox verwenden, sind es auch 80% den Bundesvorstands. Obwohl die Verwendung von Linux unter den Mitgliedern (abseits des IT-Teams) noch nicht weit fortgeschritten ist, schätzen wir zumindest die Verwendung von Mac OSX auf bis zu 30%. Mehr als die Hälfte des JuLis Bundesvorstands verwendet freie E-Mail Clients und Dokumente liegen meist im .pdf-Format vor. Für den Druck bestimmte Dokumente werden sowohl in .odt als auch .docx verfasst. Grundsätzlich ist dies jedoch äußerst selten der Fall, da JuLis-interne Kommunikation fast ausschließlich online abgewickelt wird und wenig Bedarf an Printdokumenten besteht. Auch der Webauftritt der JuLis ist von open-source Software gekenntzeichnet. Nicht nur ein Großteil der Programmierarbeit wurde ohne geschlossene Programme gemeistert, sondern auch Server-Software sowohl als auch das CMS der www.julis.at <http://www.julis.at> Seite sind Open-Source.

2. Frage: Das IT-Team der JuLis benutzt zur Vereinfachung der Arbeit oft GoogleDocs. Interoperablilität unter den JuLis-Mitarbeitern war noch nie ein Problem, den Anteil jender, die .odf-Dateien nicht öffnen könnten, schätzen wir bei etwa 20%.

3. Frage: Die JuLis würden eine Öffnung der Stadtverwaltung in Richtung offener Standards begrüssen. Dies würde nicht nur eine unserer Forderungen nach mehr Transparenz, sondern auch der praktischen Verwaltungskostenreduktion entsprechen. Wir unterstützen das Öffentlichkeitsprinzip nach Schwedischem Vorbild, wonach jeder Verwaltungsakt für jede Bürgerin und jeden Bürger einsehbar sein muss. Für eine offenen und zukunftsweisende IT-Strategie der Wiener Verwaltung ist es zuerst notwendig, die rechtlichen Rahmenbedingungen für mehr Transparenz zu schaffen und den Mitarbeitern der Stadt durch eine Training-Offensive die Möglichkeiten von Open-Source Software aufzuzeigen.

Österreichische Volkspartei (ÖVP) [29.09.2010]

1. Frage: Freie Software ist ein wesentlicher Bestandteil der IT-Strategie der ÖVP Wien. Seit der Veröffentlichung der Version 2 des Webbrowsers Firefox im Herbst 2006 ist dieser auf allen Clients vorinstalliert. Es ist den Benutzern selbst überlassen, welcher Browser als Standardbrowser verwendet wird. Seit dem Wechsel auf Version 3.x wird Firefox von der Mehrheit der Benutzer als Standardbrowser eingesetzt.

Auf Anwenderwunsch kann neben Microsoft Office auch OpenOffice.org verwendet werden, was derzeit von ca. 20% der Benutzer in Anspruch genommen wird.

Als Personal Information Manager (PIM) kommt (derzeit) ausschließlich Microsoft Outlook zum Einsatz.

2. Frage: ODF-Dateien können von ca. 20 % der Mitarbeiter (siehe oben: Anwendung von OpenOffice.org) geöffnet bzw. erstellt werden.

Keine ausgehenden Dokumente werden in offenen Formaten versendet.

Als eine der ersten politischen Parteien setzt die ÖVP Wien seit 2004 das Open Source CMS TYPO3 (http://typo3.org) für den Betrieb und Wartung ihrer Websites ein. Ein wesentlicher Bestandteil der im Sommer 2010 gestarteten Wahlplattform http://oevp-wien.at wurde mit Hilfe der Open Source Community erstellt und wird dieser im Sinne des TYPO3-Slogans "inspiring people to share" auf http://forge.typo3.org/ kostenlos zur Verfügung gestellt. Der "Webstream" vereint Informationen aus vielen sozialen Netzwerken wie Facebook, YouTube, Flickr & Co. auf der eigenen Website.

Unsere Webangebote sind seit Jahren derart gestaltet, um den barrierefreien und nichtdiskriminierenden Zugang zu unseren Informationen zu ermöglichen. Als erste Partei startete die ÖVP Wien 2006 mit Videos in österreichischer Gebärdensprache für schwerhörige und gehörlose Menschen (siehe http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=6927).

Unsere Maßnahmen: Standpunkt von 2008 (http://futurezone.orf.at/stories/302105/)

Die öffentliche Hand soll weder Open-Source-Software noch proprietäre Software per se bevorzugen. Es gilt, die für die jeweilige Anforderung beste Lösung zu finden. Dabei sind die Anschaffungskosten und die Aufwendungen für die Wartung zu berücksichtigen.

Unser oberstes Gebot ist, dass die Schnittstellen zwischen den öffentlichen Stellen und den Software-Lösungen der Bürgerinnen und Bürger nahtlos und bequem funktionieren und dass alle an den Innovationen teilhaben und Nutzen ziehen können.

3. Frage: Unmittelbar nach der Wahl muss eine eingehende Untersuchung über die Möglichkeiten des Einsatzes der Opensources-Software in allen Arbeitsbereichen der Magistratsdienststellen von neutraler Stelle erfolgen. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen sind binnen Jahresfrist umzusetzen. Darüber hinaus ist durch die bessere Verankerung von Möglichkeiten des E-Goverment mehr Bürgernähe in der Verwaltung zu schaffen. Ein durchgehender elektronischer Aktenlauf, schnellere Genehmigungsverfahren über das Internet können zudem die Verwaltungstätigkeit effizienter und kostengünstiger gestalten. Ziel muss es sein, einen Beitrag zum Bürokratieabbau und zu mehr Bürgermitbeteiligung zu leisten. Wichtig in diesem Zusammenhang ist uns auch die freie Zugangsmöglichkeit zu W-Lan an zentralen Plätzen und Orten Wiens. Diesbezüglich ist die Stadt Wien gefordert, die entsprechenden technischen Voraussetzungen zu schaffen. Die Stadt Wien muss in ihrem Bereich den IKT-Einsatz forcieren, damit in Wien IKT zu einem wirtschaftlichen Branchenleitbild wird.

Aktive Arbeitslose (AKTIV) [04.10.2010] [tritt bei den Wiener Wahlen 2010 nur auf Bezirksebene an]

1. Frage:

Firefox 100% Open Office 80 % Thunderbird 20% (Rest Webmail)

2.Frage: Öffnen: 100% Ausgehende Dokumente: 5% offene Standards, da wir die EmfängerInnen nicht dazu zwingen können, Open Office zu verwenden (wurde probiert, hat sich noch nicht bewährt)

Wir kandidieren aufgrund der grossen Zugangshürden nur auf Bezirksebene, würden aber der Stadt vorschlagen, längerfristig normale Arbeitsstationen auf linux umzustellen

3. Frage: Forderung nach Verwendung quelloffener Software unterstützen wir nach unseren Möglichkeiten gerne. AMS [= das Arbeitsamt in Österreich, Anm.] könnte da ja auch mit gutem Beispiel voran gehen.

Die Grünen [05.10.2010]

1. Frage: Gesurft wird bei den Wiener Grünen nur mit Firefox, als Email-Client ist Thunderbird im Einsatz. Bezüglich des Betriebssytems ist der Rathausklub der Wiener Grünen (ca. 50 PCs) fast vollständig auf Linux (SLED 11) umgerüstet.

2. Frage: ODF-Dateien können von den meisten unserer MitarbeiterInnen problemlos geöffnet werden. Im Rathausklub wird flächendeckend OpenOffice verwendet, im Landesbüro ist es auf den meisten PC's installiert. Die ausgehenden Dokumente werden bei uns leider ausschließlich in doc (word 97-2003) versendet, da es bei einem Versuch mit odf-Dateien leider massive Probleme und Beschwerden der MailempfängerInnen gab. Wir sind aber bemüht, wieder einen neuen Anlauf zu nehmen.

["Welche Maßnahmen planen Sie, um die entsprechenden Anteile in der Stadtverwaltung nach der Wahl zu erhöhen?"] Die Vorteile von Open Source Produkten liegen auf der Hand: keine geschlossenen Systeme, sondern demokratische Entwicklung, Möglichkeit für Wiener UnternehmerInnen, an der Entwicklung zu partizipieren, nachhaltig niedrigere Kosten durch wegfallende Lizenzgebühren. 2004 plante die Stadt Wien, ihre Computer auf Open Source Produkte umzustellen. Zuletzt investierte sie jedoch wieder Millionen für Microsoft-Lizenzen – Geld, das durch Umstellung auf Open Source hätte gespart werden können. Die Grünen Wien werden sich weiter dafür einsetzen, dass Open Office und Linux auf den Arbeitsplätzen des Magistrats eingesetzt werden.

3. Frage: Die Grünen Wien haben schon in der letzten Legislaturperiode eine Open Source-Offensive gestartet und eine Studie erstellt. Im Falle einer Regierungsbeteiligung werden die Grünen Wien diese Initiative vorantreiben bzw in der Opposition weiterhin Druck ausüben und Kooperationen mit der Stadtverwaltung suchen, um Open Source weiter auszubauen.